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Malteser Wismar

Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit am 10. Februar

Generaloberin der Malteser: „Wir brauchen viel mehr Hospizdienste und Sterbebegleiter“

09.02.2017
Foto: Malteser

Die kleine Tamara aus Günzburg leidet unter einer unheilbaren Nervenkrankheit, Alexander (16) aus Dortmund wird vermutlich an einer tödlichen Muskelerkrankung sterben. Diesen und vielen anderen Kindern helfen die Hospizbegleiter der Malteser.

Die Hospizdienste der Malteser mit deutschlandweit über 3300 ehrenamtlichen Sterbebegleitern haben in den vergangenen fünf Jahren an knapp 100 Standorten rund 1800 sterbende Kinder und Jugendliche betreut, ca. 300 im vergangenen Jahr. An 27 Standorten bestehen eigenständige oder integrierte ambulante Kinderhospizdienste, in denen rund 620 eigens hierfür qualifizierte Ehrenamtliche tätig sind.

„Derzeit befinden sich rund 250 sterbende Kinder und Jugendliche in einer Sterbebegleitung der Malteser“, sagt Daisy Gräfin von Bernstorff, Generaloberin der Malteser. „Immer schließt die Begleitung der Kinder und Jugendlichen die ganze Familie und Nahestehende mit ein und steht diesen beim Abschiednehmen und in ihrer Trauer bei.“
Die Malteser betreuen in Deutschland pro Jahr über 22.000 Menschen in der Hospizarbeit, Palliativmedizin und Trauerbegleitung. Tendenz steigend. Ein Drittel davon sind Sterbende, die anderen Angehörige. Fast immer fahren die ehrenamtlichen Sterbe- und Trauerbegleiter zu den Familien nach Hause bzw. an den Ort, wo die letzte Lebensphase gelebt wird, und leisten dort ihren Dienst - dem Sterbenden und den Angehörigen.

Bernstorff: „Wir Malteser begleiten Menschen in ihrer Sterbenszeit. Meistens über Stunden, manchmal Tage, in der Kinder- und Jugendhospizarbeit oft Monate und nicht selten Jahre sind wir den Sterbenden und ihren Angehörigen sehr nahe, begleiten sie auf ihrem Weg zum Tod. Wir bleiben in dieser schweren Zeit an der Seite der Menschen, reden mit ihnen, sprechen ihnen Mut zu oder halten einfach nur die Hand.“

Sie ist überzeugt, dass die Malteser mit der Trauerbegleitung und der Hospizarbeit vor 25 Jahren einen sehr guten Dienst geschaffen haben. Bernstorff: „Wir können gesellschaftlich etwas verändern, weil wir den Tod und die Trauer wieder als etwas völlig Normales in die Familien zurückbringen. Wir können zeigen, dass wir überzeugt sind, auch am Ende des Lebens sollte niemand allein sein, wenn er nicht will.“

Die Generaloberin der Malteser fordert mehr gesellschaftliche Unterstützung der Hospizarbeit. Bernstorff: „Die jährlich 800.000 Sterbenden in Deutschland sind schlecht versorgt. Wir brauchen noch sehr viel mehr Hospizdienste und Sterbebegleiter. Wir Malteser haben dieses Jahr ein sehr schönes Jahresmotto: ‚Ich vergesse dich nicht.‘ Und die Gewissheit, dass ich als Sterbender nicht vergessen bin, weil gerade jemand neben mir sitzt und meine Hand hält, finde ich wunderschön.“

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